| Eine neue Landschaft |
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Kaum jemand wird bestreiten, dass wir uns inmitten großer Veränderungen in der globalen Vermögensverwaltungsindustrie befinden. Mächtige Kräfte sorgen für eine globale Neugestaltung der Branche. Übernahmen, Fusionen und Spin-Offs von Banken verändern das Spielfeld rasant schnell. Dies ist auf wesentliche aufsichtsrechtliche Veränderungen, höhere Kapitalanforderungen und die sich ändernde Rentabilität des Geschäfts zurückzuführen.
Fondsmanager stehen unter höherem Druck, Kunden gegenüber ihre Gebühren zu rechtfertigen und müssen sich noch stärker den speziellen Bedürfnissen verschiedener Anlegergruppen – wie etwa Pensionsfonds, Finanzberater und Family Offices – in ihren geografischen Zielmärkten anpassen. Aktiv gemanagte offene Investmentfonds und ihre Verwaltungsgesellschaften sind aufgrund des Erfolgs von ETFs unter besonderem Druck. Eine ständig steigende Zahl von Fondsmanagern haben ETFs aufgelegt und zahlreiche andere große Akteure am Markt haben jüngst diesbezügliche Pläne bekannt gegeben. Selbst Manager alternativer Anlagen haben Wege gefunden, ihre Anlageprodukte als ETFs zu verpacken. Dies wird zu einem heiß umkämpften Marktsegment. In Europa bietet die bevorstehende Einführung von OGAW IV einen größeren Spielraum für Rationalisierung und Kostensenkungen. Master-Feeder-Strukturen erlauben dann eine Zusammenlegung von Inlands- und Offshore-Fonds, und der EU-Pass für Verwaltungsgesellschaften wird verstärkt Effizienzen bei der Unterhaltung von Fonds ermöglichen. Dies wird die „OGAW-Marke“ wahrscheinlich weiter stärken und ihre Vertriebswege nach Asien und Südamerika ausweiten. Manager alternativer Anlagen bedienen sich ebenfalls des OGAW-Rechtsrahmens, um von dessen Ansehen zu profitieren und sehr nervöse Anleger zu beruhigen. Parallel dazu wandern alternative Fonds im Vorfeld der kommenden AIFM-Richtlinie und verschärften Steuerregelungen weg von Offshore-Standorten, vor allem den Cayman-Inseln, zu sicheren Onshore-Standorten wie Irland und Luxemburg. Diese sich überschneidenden Wellen der Veränderung haben zu einer ganz unterschiedlichen Industrielandschaft geführt: Einige Geschäftsmodelle verschwinden, andere wachsen schnell und bieten zahlreiche Gelegenheiten und Herausforderungen. Klar ist, die starke, im letzten Jahr erlebte Fokussierung auf Wert, Effizienz und Sicherheit wird uns wahrscheinlich erhalten bleiben, obwohl die Märkte weitgehend ins Plus gedreht haben und die Risikoakzeptanz wieder steigt. Die Asset Servicing-Branche ist ebenfalls einem enormen Kostendruck und strengeren Kontrollen ausgesetzt. Dies hat zur weiteren Konsolidierung insbesondere bei Anbietern standardisierter Dienstleistungen geführt. Andere Dienstleister wiederum schwammen infolge der gestiegenen Nachfrage nach Aufgabentrennung und Transparenz in dieser Branche auf einer Erfolgswelle. Die Fondsindustrie war schon immer stark auf das Outsourcing von Dienstleistungen angewiesen, inzwischen ist Outsourcing jedoch fester und tiefer als je zuvor innerhalb dieser Industrie verankert. Vermögensverwalter lagern heutzutage viele Compliance-, Risikomanagement- und andere Aufgaben aus, die sie früher selbst ausgeübt haben. Fondsverwalter sind zu Spezialanbietern geworden, damit sie die besten und kostengünstigsten Lösungen für ein zunehmend umfangreicheres Paket an Dienstleistungen anbieten können, die von Ihnen erwartet werden. Diese Entflechtung und Spezialisierung von Dienstleistungen gewinnt an Fahrt und wird sich nach OGAW IV und der neuen AIFMD-Regelung wahrscheinlich noch beschleunigen. Jim O’Reilly, Managing Director, FundAssist Ltd |
